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SCHORSCH

Integrative offene Kinder-, Jugend- u. Familienarbeit St. Georg
Eine Einrichtung der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde
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Unsere Geschichte

Um die Kinder- und Jugendarbeit in St. Georg noch besser koordinieren zu können und die Ressourcen längerfristig abzusichern, fusionierten 2004 das ehemalige Haus der Jugend St. Georg, der ehemalige evangelische Jugendkeller und die drei Spielhäuser (im Kirchhof, im Lohmühlenpark, Danziger Str.)  zur integrativen offenen Kinder- und Jugendarbeit St. Georg oder kurz SCHORSCH. 

Träger der Einrichtung ist die evangelische Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde. Bereits 2003 fanden erste Fusionsgespräche zwischen der Stadt (Jugendamt), der Kirchengemeinde und dem CVJM statt, ein Kooperationsvertrag wurde erarbeitet, es fanden mehrere Konzepttage zur Neustrukturierung der Arbeit und umfangreiche Renovierungsarbeiten statt.

Sowohl der evangelische Jugendkeller in der Stiftstraße, als auch das Haus der Jugend im Kirchenweg 20, arbeiteten seit vielen Jahren eng zusammen und blicken beide auf eine lange, erfolgreiche Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in St. Georg zurück.

Der ev. Jugendkeller

Seit den 60er Jahren wird in den Kellerräumen des Gemeindehauses, in der Stiftstraße 15, Jugendarbeit mit so genannten randständigen Jugendlichen angeboten. In den Anfängen stand die Arbeit mit Rockern im Vordergrund, auch schon damals ein nicht einfaches Klientel.
Die, zwischenzeitlich nur mit Ehrenamtlichen und Honorarkräften, ausgestattete Arbeit wurde in den 80er Jahren zunehmend professionalisiert und mit Sozialpädagogen und Erziehern besetzt.

Seit den 80er Jahren gehörte der Jugendkeller zu einer Handvoll in Hamburg besonders geförderter Projekte der ev. Kirche, die sich mit ausgewiesenen Konzepten, auffälligen Jugendlichen mit besonderen und vielfältigen Problemen widmeten.

Dabei wird die Jugendsozialarbeit als konsequentes diakonisches Handeln der Kirche verstanden. Akzeptanz der Menschen, Parteilichkeit, Ganzheitlichkeit, Lebensweltorientierung und konkrete Hilfe stehen im Mittelpunkt der Tätigkeit!

In den 80er und 90er Jahren gehörten vermehrt ausländische Jugendliche, meist türkischer Herkunft, zu den Hauptbesuchern.

Neben der Möglichkeit, die Einrichtung fast täglich als offene, niedrigschwellige Begegnungsstätte zu nutzen, konnten die Besucher und Besucherinnen bei privaten und sonstigen Problemen Beratungs- und Einzelfallhilfe in Anspruch nehmen. Ein wöchentlicher Mädchentag fand in Zusammenarbeit mit dem Haus der Jugend St. Georg, in dessen Räumlichkeiten statt;  türkische Mädchen erhielten von ihren Familien häufig Verbote, den Jugendkeller zu besuchen, und dürfen auch seltener an Ausflügen oder Reisen teilnehmen. Außerdem gab es ein offenes Sportangebot, zum Beispiel mit gemeinsamen Fußballturnieren, sowie eine Computergruppe.

 Besonders beliebt waren die Discoabende und Feiern im Jugendkeller. Hinzu kommen Wochenendfahrten, Ausflüge, Grillnachmittage, Kinobesuche und ähnliche Aktivitäten. Nicht zuletzt boten die regelmäßigen Sommerfreizeiten vielen Jugendlichen die Möglichkeit, neue Erfahrungen außerhalb ihres gewohnten Umfeldes zu sammeln.

Im Jahre 2000 wurde der ev. Jugendkeller für seine gute und integrative Jugendarbeit mit einer Hamburger Tulpe der Körberstiftung geehrt.

SCHORSCH 15

Die  Räume des ehemaligen Jugendkellers in der Stiftstraße 15 wurden nach der Fusion mit dem Haus der Jugend und den drei Spielhäusern von 2004-2008  für besondere Gruppenangebote mit spezieller Ausrichtung und Zielsetzung genutzt.

Es handelte sich hierbei um Angebote:

  • die älteren Kindern den Übergang in den Jugendbereich ermöglichen sollen,

  • für Jugendliche mit besonderen Förderungsbedarf (teiloffene Gruppenangebote, Förderung im Rahmen von Hilfen zur Erziehung/ sozialer Gruppenarbeit, Antiaggressionstraining)

  • zur selbständigen und verantwortungsvollen Nutzung der Räume (Kinder- und  Familienfeiern, Clubabende für Ältere, Wochenendöffnung)

Für diese Art von Angeboten waren die sehr gemütlichen und vom großen Haupthaus abgelegenen Räumlichkeiten besonders gut geeignet. Diese ruhigen Räume ermöglichten konzentriertes Arbeiten mit den Jugendlichen. Bestehende Zugangsschwellen von 11 und 12 Jährigen konnten dort leichter enthemmt werden und so an die Jugendarbeit im etwas unübersichtlichen, lauten und mit vielen Menschen gefüllten Haupthaus herangeführt werden.

Die kleine räumliche Einheit ermöglichte eine einfache und schnellere Organisation und Durchführung von Öffnungszeiten (keine Alarmanlage, nur eine Gruppe zur Zeit, gute Überschaubarkeit der Räume).

Angebote: 2004-07/2008

  • Mo.: 15-19 h offener Treffpunkt für Jugendliche im Alter von 11-15 Jahren. Zeitgleich findet im Hauptgebäude der Mädchentag statt.

  • Di.: 16-18 h Anti-Aggressionstraining für Jugendliche, durchgeführt von PINK

  • Mi.: 14-18 h soziale Gruppenarbeit mit Kochen für 10-13jährige

  • Do.: 19-22 h selbstdurchgeführter Clubabend für Jugendliche und Jungerwachsene

  • Fr.:  Sonderveranstaltungen

  • Sa.: 14-18 h der Fußballclub für Jüngere nach der Halle
    18-20 h portugiesische Tanzgruppe, Sonderveranstaltungen

  • So.: 15-18 h teiloffenes, selbstdurchgeführtes Angebot (der Fußball- Bundesliga- Nachmittag)

2008 hat sich der Träger entschieden diese Räume von Juni bis Dezember 2008 umfangreich umzubauen, die Raumnutzung neu zu organisieren und damit die Arbeit des dort befindlichen evangelischen Kindertagesheimes zukünftig abzusichern. Dabei werden die Räumlichkeiten des im Haus befindlichen ev. Kindertagesheims für die Ausweitung der Krippenarbeit um mehrere Gruppenräume mit einem Kinderrestaurant und Küche in die ehemaligen Jugendkellerräume ausgeweitet.  Dabei wird auch ein neuer Multifunktionsraum gestaltet, der die Elemente der offene Kinder- und Jugendarbeit mit der Arbeit des Kindertagesheimes verknüpfen und vertiefen soll.

Aufgrund der inhaltlichen Neuausrichtung und der damit veränderten nun kleineren Räumlichkeiten für die offene Arbeit, kann nur ein Teil der alten Angebote übernommen werden. Ein Teil der dort bisher durchgeführten Angebote für jüngere Besucher (Kochgruppe, HZE Gruppe, Kindergeburtstage, Familienfeiern) sollen im neuen Multifunktionsraum wieder ihren Platz bekommen. Weitere Jugendhilfeangebote (z.B. teilselbstverwaltete Öffnungszeiten und Feiern für ältere Jugendliche und Jungerwachsene) werden dort zukünftig leider größtenteils wegfallen. Alternativangebote werden in Zusammenarbeit mit den beteiligten Gruppen erarbeitet.


Die Neueröffnung des Multifunktionsraumes mit Kinderrestaurant und Gruppenräumen ist im März 2009 erfolgt!

 

Die Spielhäuser

Anfang der 90er Jahre beschloss der damalige Senat, in St. Georg drei Spielhäuser einzurichten; im St. Georgs Kirchhof, im Lohmühlenpark und auf dem Danziger Spielplatz.

Der Hintergrund

Infolge einer einwohnerfeindlichen Verkehrs- und Drogenpolitik, verließen Anfang der 90er Jahre immer mehr Familien den Stadtteil. Dazu kam in den Regionen der Straßenprostitution, die Verkehrsbelastung durch schrittfahrende Freier und Schaulustige. Ein weiterer Faktor der Familienflucht war eine Drogenpolitik, die die Konsumenten vor allem vom zentral gelegenen Hansaplatz vertreiben sollte, schließlich aber dazu führte, dass sämtliche Kinderspielplätze und Parks vom Drogenkonsum geprägt und gezeichnet waren.

Die Bewohner reagierten verschieden auf die als bedrohlich empfundene Situation auf den Spielplätzen und im Stadtteil. Einige Eltern bewaffneten sich, um Drogenkonsumenten von den Spielplätzen ihrer Kinder gewaltsam zu vertreiben und schlossen sich den Forderungen der Geschäftsleute aus St. Georgs nach Schließung der Drogeneinrichtung Drob-Inn an.
Andere Eltern und Familien schlossen sich im Frühjahr 1992 zu Initiativen zusammen, die eine andere Drogenpolitik, bessere Spielmöglichkeiten für Kinder, Verkehrsberuhigung und einer menschenwürdigen Unterbringung von Flüchtlingen forderten. Die Elterninitiative Stadtkinder St. Georg und der Einwohnerverein stellten einen detaillierten Maßnahmenkatalog auf, die von der Freigabe von Methadon bis zur regelmäßigen Reinigung der Spielplätze reichten. Durch den Druck mehrerer öffentlichen Demonstrationen, stellte sich der damalige Innensenator Ortwin Runde in einer Versammlung den Fragen und Forderungen der Bevölkerung und versprach Abhilfe.

Im Herbst 1992 war es soweit, der Senat beschloss, in St. Georg drei Spielhäuser zu errichten.

Alle drei Spielhäuser sind Einrichtungen des Jugendamtes Hamburg-Mitte, allerdings mit unterschiedlichen Kooperationspartnern.

Die Trägerschaft, also die Dienst- und Fachaufsicht über das SPH St. Georg Kirchhof lag bei der Kirchengemeinde St. Georg.
Beim SPH im Lohmühlenpark war es der CVJM Hamburg und beim Danziger SPH das ehemalige Haus der Jugend St. Georg.

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