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SCHORSCH

Integrative offene Kinder-, Jugend- u. Familienarbeit St. Georg
Eine Einrichtung der ev.-luth. Kirchengemeinde St. Georg-Borgfelde
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2005 Frankreich

Sachbericht Frankreich (Wildwasser Kanutour) 

Vom 13.07. bis 27.07.2005 sind wir im Rahmen unserer Sommerfreizeit nach Vallon Pont d’Arc in Südfrankreich gefahren.
Wir sind gemeinsam mit einer ev. Gruppe aus Nordrhein – Westfalen mit dem Bus angereist und haben die Zeit in einem Jugendcamp, direkt an der Ardèche gelegen, verbracht. Dort haben wir verschiedenste Aktivitäten durchgeführt, Sport getrieben, gespielt, gelesen und Ausflüge unternommen. Wir haben uns selbst verpflegt und ein Paddeltraining absolviert, um die Ardèche mit ihren Stromschnellen befahren zu können.

Die Jugendlichen

Unsere Gruppe setzte sich zusammen aus 4 Mädchen und 11 Jungen zwischen 12 und 16 Jahren. Einige von Ihnen sind langjährige Besucher unserer Einrichtung, aber einige haben wir erst durch die Reise kennen gelernt. Zu den uns bekannten Jugendlichen bestanden auch vor der Reise schon sehr intensive Beziehungen und untereinander gab es enge Freundschaften.
Eines der Mädchen war erst vor kurzem aus Venezuela nach Deutschland gezogen, kannte niemanden der Mitreisenden und wollte die Reise nutzen, in ihrer neuen Heimat, Kontakte zu Gleichaltrigen aufzubauen.

Bis auf 2 Jugendliche kommen alle aus St. Georg.

Die Herkunft unserer Jugendlichen ist unterschiedlich. Sie haben, bis auf die Jugendliche aus Venezuela alle einen deutschen Pass, aber bei knapp der Hälfte der Jugendlichen stammen die Familien aus der Türkei, Italien oder Afrika.

Das Team

Wir haben mit einem Team von 1 weiblichen und 3 männlichen Mitarbeitern diese Freizeit begleitet. Diese haben in ihrer Alltagsarbeit unterschiedliche Schwerpunkte und Einsatzorte und zu den unterschiedlichen Gruppierungen der Jugendlichen enge Kontakte. Alle haben langjährige Erfahrung in der Jugendarbeit und bringen viele Kompetenzen mit ein, so dass sich auch das Team sinnvoll ergänzt hat und den unterschiedlichen Bedürfnissen vor, während und nach einer solchen Reise gerecht werden konnte.

Wichtig dabei war besonders der Sicherheitsaspekt während der Wildwasserkanutour und während des Badens in fließendem Gewässer. Die Mitarbeiter haben Erfahrung und das notwendige Know How, um so eine Sportart mit Jugendlichen auszuüben zu können.

Auch die Anforderungen an diejenigen, die die Gruppe bekochen, die Einkäufe durchführen und das Lagerleben organisieren sind sehr hoch.
Da alle notwendigen Kompetenzen im Team vorhanden sind, brauchten wir keinen zusätzlichen Koch oder Paddelführer .

Inhaltliches

Entscheidende Aspekte bei Gruppenreisen sind voneinander zu lernen, Rücksicht und Toleranz zu üben, Konflikte zu bewältigen und Gemeinschaft erleben. Bei unserer Teilnehmerzusammensetzung konnten Jugendliche miteinander Erfahrungen machen, deren Lebenswelten sich ansonsten nicht berühren.

Unsere Jugendlichen haben erlebt, auch ihre Freizeit aktiv gestalten zu können . Sie waren miteinbezogen bei der Tagesablaufplanung, z.B. wann es Frühstück gibt und wann Nachtruhe ist. Sie haben Verantwortung übernommen und sich an der Planung der Aktivitäten beteiligt. Die Nutzung, der vom Camp zur Verfügung gestellten Boote, mit den anderen Gruppen wurde gut geregelt.
 Miteinander sind die Jugendlichen rücksichtsvoll umgegangen. Lebensmittel waren frei zugänglich und alle haben darauf geachtet, dass niemand zu kurz kommt. Auch bei der Nutzung der sehr begehrten Hängematte wurde untereinander abgewechselt und die Bücher der von allen geschätzten Comicserie wurden untereinander hin und her getauscht.
Bei den Mahlzeiten war immer die gesamte Gruppe anwesend und es fanden viele intensive Gespräche in unterschiedlichsten Konstellationen statt. So äußerte sich einer der Teilnehmer überrascht über einen anderen: „mit dem kann man ja doch ganz vernünftig reden“. Die Stimmung war ausgesprochen familiär und der Zusammenhalt in der Gruppe stark.

Entstandene Konflikte haben die Jugendlichen untereinander bewältigt und gelöst. Jeder der Teilnehmer war mit seiner persönlichen Art in der Gruppe akzeptiert und bei den eher zurückhaltenden Jugendlichen war zu beobachten, dass sie deutlich präsenter wurden.
 Ein starkes Bedürfnis bei den Jugendlichen nach Nähe, Zuwendung und Rat war zu beobachten und durch unsere gute personelle Situation konnten wir diesem auch gerecht werden. Es war möglich mit Einzelnen, oder einer kleinen Gruppe, etwas zu unternehmen und auf die spezifischen Bedürfnisse einzugehen.

Schwerpunkt der Aktivitäten war die sportliche Betätigung. Dazu gehörte das Schwimmen, wobei alle in vollen Zügen die ausgezeichneten örtlichen Gegebenheiten genutzt haben. Aus dem Schlafsack direkt ins Wasser springen zu können ist eine seltene Gelegenheit. Der Badeplatz vor Ort bot die Möglichkeit, richtig zu schwimmen, aber auch nur zu planschen und diverse Sprungtechniken von den Felsen zu vervollkommnen.

Das Paddeln in Kanus war die Tätigkeit, die nach dem Schwimmen, die wichtigste Rolle spielte. Nach einer Einweisung durch einen der örtlichen Paddeltrainer, haben wir selbst mit den Jugendlichen weiter trainiert und sind schließlich auf dreitägige Tour durch die Schlucht mit diversen Stromschnellen gegangen. Dabei waren Kompetenzen gefragt wie Geschicklichkeit, Gleichgewichtsempfinden, Kraft, Schnelligkeit, gute Körperkoordination und Umsicht. Jeder musste die eigenen Fähigkeiten realistisch einschätzen und mit seinem Bootspartner gut zusammenarbeiten.
 Sie haben gelernt, die eigenen Grenzen einzuschätzen, Ängste zu überwinden, Hilfe anzunehmen und zu geben. In der Entwicklung ihres Selbstwertgefühls und des Selbstbewusstseins waren die gemachten Erfahrungen für alle sehr wertvoll.

Das Aufstellen und Einhalten von notwendigen Regeln wurde von allen akzeptiert und war eine Selbstverständlichkeit, um ein gutes Miteinander zu gewährleisten.

Darüber hinaus konnten die Großstadtjugendlichen intensive Naturerfahrungen machen, sich entspannen und zur Ruhe kommen. Viel frische Luft und gesunde Ernährung haben zu einer positiven physischen Entwicklung beigetragen.

Dieses gemeinsame Erlebnis wird sich nachhaltig in der Entwicklung der Einzelnen, aber auch in der Arbeit im SCHORSCH, auswirken

Aktivitäten

Highlight war die dreitägige Tour durch die Schlucht. Jeder durfte nur das Notwendigste mitnehmen und auch die Lebensmittel waren rationiert. Das Befahren der Schlucht, mit diversen Stromschnellen, stellte hohe Anforderungen an die Paddler und bot beeindruckende, landschaftliche Erlebnisse. Die Reduzierung auf das Nötigste machte deutlich, mit wie viel Überfluss wir ansonsten umgeben sind. Ein besonderes Erlebnis war das Übernachten unter freiem Himmel in Gesellschaft von Wildschweinen und unbekannten Insekten, die auf Nahrungssuche das Gepäck der Paddler untersuchten.

Spannend und beeindruckend war die Erkundung einer Höhle, die wir nur mit unserer Gruppe durchgeführt haben. Die Faszination der fremden Welt, gekoppelt mit Angst in der vollkommenen Dunkelheit und der Naturschönheit von Tropfsteinen, hat bleibende Erinnerung hinterlassen.

Ein Ausflug nach Avignon hat den kulturellen Beitrag gebildet.  Wir haben uns mit der Geschichte und Baukunst der Stadt beschäftigt und die Jugendlichen konnten in Kleingruppen selbstständig die Stadt erkunden. Bereichernd war die stattfindende Theaterwoche, in deren Rahmen überall in den Straßen Theaterszenen aufgeführt wurden und Menschen in buntester Kostümierung durch die Straßen wandelten.

Fazit

Diese Ardèche-Freizeit war für alle ein besonders schönes Erlebnis und ein Erfolg. Wir werden ein Nachbereitungstreffen durchführen, auf das alle schon hinfiebern.
Pläne für die nächste Sommerreise werden schon geschmiedet und auch Jugendliche, die nicht dabei waren, kündigen ihre Teilnahme für das nächste Mal an.


Tilman Krüger Hamburg, August 2005

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