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Reisebericht zur Kroatienreise im Sommer 2008
In diesem Sommer ist die integrative offene Kinder- und Jugendeinrichtung SCHORSCH in der Zeit vom 23.7 bis 7.8.08 auf Jugendfreizeit nach Kroatien gefahren.
Unsere Gruppe
Imde-Bär Papa-Bär Bruder-Bär Augen-Bär Pa.u-Bär Tanz-Bär Knutsch-Bär Baby-Bär Onkel-Bär Mama-Bär Nudel-Bär Stachel-Bär Boss-Bär Spiegel-Bär Opa-Bär Schnucki-Bär Pups-Bär Humpel-Bär, Schoko-Bär, Panda-Bär, A-Bär, Bank-Bär
setzte sich aus 18 Jugendlichen im Alter zwischen 13 -18 Jahren zusammen. Darunter befanden sich 10 Jungs und 8 Mädchen. Die Meisten von ihnen sind bereits auf unseren vergangenen Reisen mitgefahren, einige sind Stammbesucher, zwei Teilnehmer gehörten bisher nicht zu unseren Besuchern. Die Herkunft unserer Jugendlichen ist unterschiedlich, ca. die Hälfte kommt aus Familien mit Elternteilen aus verschiedenen Ländern.
Auch in ihren Lebensumständen unterscheiden sich die Jugendlichen. Das betrifft das soziale Umfeld, die familiären Strukturen, die finanziellen Gegebenheiten. Die Jugendlichen selbst sind in ihrem Verhalten, ihren Kompetenzen, Ihren Defiziten und Auffälligkeiten sehr verschieden.
Betreut wurde die Gruppe von 3 männlichen Mitarbeitern und einer Mitarbeiterin im Sozialpädagogik-Anerkennungsjahr.
Unser Reiseziel war in Kroatien die
Region Istrien mit dem Campingplatz Puntizela in der Nähe der Stadt Pula. Die Anreise erfolgte im Reisebus über Nacht, so dass wir nach 18 Stunden am Donnerstag den 24.7 um 8 h unser Ziel erreichten.
Untergebracht
wurden wir in einem vom Veranstalter Horizonte (in Kooperation mit Akzente Gruppenreisen) vorbereiteten Zeltlager, bestehend aus 2er Zelten für die Teilnehmer und Mitarbeiter, einem Gruppenzelt und einem Küchenzelt für die Zubereitung der Mahlzeiten (Selbstversorgung).
Außer uns befanden sich dort auf dem Campingplatz weitere sieben Zeltlager mit ca. 180 Jugendlichen, alle Gruppen aus Deutschland.
Betreut und organisiert wurden die Zeltlager von mehreren ReiseleiterInnen des Veranstalters Akzente, allerdings war die fachliche Qualität der Mitarbeiter (meist Praktikanten) leider mangelhaft, viele Informationen falsch und unzureichend.
Die Freizeitaktivitäten wurden zusammen mit den Jugendlichen besprochen und geplant. Bei der Organisation des Freizeitprogramms

war es uns in Absprache mit den Jugendlichen wichtig, ein ausgewogenes Angebot zwischen Gruppenerfahrungen und individuellen Freiräumen zu gestalten. Neben Ausflügen in die nähere Umgebung (Stadtbesichtigung von Fasana und Pula; mit Besichtigung des Amphitheaters, Schiffsausflug zu einer Insel mit hervorragender Möglichkeit zum Schnorcheln), standen Sportaktivitäten (Fußball, Basketball, Fahrradtour) und die Erkundung des Meeres (Schwimmen, Schnorcheln, etc.) mit Sonnenbaden im Vordergrund.
Durch die sehr gute Wasserqualität konnten wir mit Taucherbrille und Schnorchel bewaffnet besonders gut das Meer mit seinen z.T. unbekannten und faszinierenden Bewohnern erforschen. Diese Einblicke und der Kontakt eröffneten vielen unserer Jugendlichen neue Einblicke und Erfahrungen in die Tierwelt des Meeres.
Wichtig für unsere Teilnehmer war auch das Kennenlernen anderer Jugendlicher aus den benachbarten Camps. Besonders gute und intensive Kontakte wurden zu einer Jugendgruppe aus Rostock aufgebaut, Besuche nach der Reise wurden bereits vereinbart und schon durchgeführt.
Ein weiterer Schwerpunkt der Reise war die Selbstversorgung der Gruppe, die alltägliche und gemeinsame Zubereitung der Mahlzeiten, mit Planung, Einkäufen, Abwasch und Müllentsorgung.

Ein weiterer wichtiger Aspekt der Reise bildete das Thema Gesundheit. Aufgrund der großen Hitze (zeitweise 50 Grad in der Sonne, wenig Schatten) und intensiven Sonneneinstrahlung, mussten wir sehr darauf achten, dass die Jugendlichen genug Flüssigkeit zu sich nahmen und geschützt in die Sonne gingen. Schön war dabei die Möglichkeit, die größte Mittagshitze, im Schatten, in mitgebrachten Hängematten verbringen zu können.

Bei unserer Selbstversorgung achteten wir auf eine gesunde Ernährung, wozu auch die tägliche Zubereitung von frischen Salaten und Ausgabe von vielen Früchten sorgten.
Leider begleitete uns aber auch eine Vielzahl gesundheitlicher Problem in Form von Verletzungen. Eine Reihe von Sportverletzungen
(Prellungen, Zerrungen, Verstauchungen, Schürfwunden), Mückenstichen und Blasen mit entzündeten Wunden und eine Seeigelverletzung am Fuß, die teilweise auch ärztlich ambulant behandelt werden mussten.
Die pädagogischen Ziele waren die Stärkung der persönlichen und sozialen Kompetenzen, friedliche Konfliktlösungsstrategien und das Einhalten von Absprachen.
Insgesamt zeichnete sich unsere Gruppe durch ihren friedlichen Umgang untereinander und mit anderen Gruppen aus. Grobe Regelverletzungen blieben die Ausnahme, kleine Grenzüberschreitungen wurden besprochen und mit Regeln neu organisiert.
Probleme gab es mit einer Jugendgruppe aus Karlsruhe, die mit rassistischen Äußerungen einen unserer dunkelhäutigen Jugendlichen provozierten. Durch Gespräche mit den verantwortlichen Gruppenleitern und mit den beteiligten bzw. betroffenen Jugendlichen aus beiden Gruppen konnte die angespannte Situation befriedet werden und eine Eskalation verhindert werden.
Täglich fanden
Teambesprechungen zur Organisation des Tages und zu pädagogischen Themen statt, zum Abendessen wurde mit der gesamten Gruppe Absprachen/Regeln verhandelt und getroffen, Wünsche berücksichtigt, die nächsten Aktivitäten besprochen, Küchendienste abgeklärt und aktuelle Probleme besprochen und gelöst.
Die Vorbereitung der Rückreise begann mit der Reinigung des Lagers am Abend des 5.8.09 und der Räumung des Lagers am frühen Morgen des 6.8.09. Nach einem gemeinsamen Abschlussessen in einem Restaurant auf dem Campingplatz, folgte die Abreise mit einem bis auf den letzten Platz gefüllten Bus pünktlich um 18 h mit einer Jugendgruppe aus der Nähe von Würzburg. Nach 21 Stunden erreichten wir zwar müde, aber auch glücklich wieder in Hamburg zu sein, St. Georg, wo wir von vielen Eltern, Freunden und Kollegen bereits freudig erwartet wurden.
Hamburg, den 9.9.08
Tilman Krüger