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Ein Schwerpunkt unserer freizeitpädagogischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bilden unsere Freizeiten im Frühjahr und im Sommer, die wir seit vielen Jahren erfolgreich anbieten und durchführen.
Auf unseren Reisen lernen unsere Kinder und Jugendlichen, auch ihre Freizeit, aktiv zu gestalten. Sie werden miteinbezogen bei der Tagesablaufplanung, z.B. wann es Frühstück gibt, welche Aktivitäten geplant werden und wann Nachtruhe ist. Sie übernehmen Verantwortung für sich und Andere und erlernen neue Fähigkeiten und Stärken, die wiederum ihr Selbstwertgefühl und ihre Selbstständigkeit fördern. Die gemeinsamen Erlebnisse wirken sich nachhaltig positiv auf die persönliche Entwicklung aus, aber auch auf die Beziehungsebene zu uns und somit auch positiv auf die weitere vertrauensvolle Zusammenarbeit mit ihnen.
Grundsätzlich bieten wir unsere Reisen für einkommensschwache Familien so günstig an, dass auch die Kinder und Jugendlichen, die sonst kaum die Gelegenheit hätten Hamburg zu verlassen, eine Chance erhalten, diese Angebote mit ihren positiven Erfahrungsmöglichkeiten nutzen zu können.
Aufgrund der großen Nachfrage ab 29.4 leider nur noch WARTELISTE!
Einladung und Anmeldung gibt es in der Einrichtung SCHORSCH im Kirchenweg 20!!!!
Genau dieses Motto konnten wir eine Woche lang auf Sylt leben und bestätigt sehen. Die alljährliche Stadtteilfreizeit auf Sylt ist die Verlängerung dessen, was wir auch an unserem St. Georger Stadtteil so schätzen. Sowohl alteingesessene, wie auch zugezogene St. Georgianer lieben die soziale Vielfalt, die der Stadtteil aufweist und genau diese Unterschiede trifft man nun auf dem Jugendzeltplatz Möwenberg unter spartanischen Bedingungen und teilweise auch extremen klimatischen Verhältnissen wieder.
Man muss miteinander auskommen und ist auf die Hilfe der Anderen
angewiesen, und es klappt unwahrscheinlich gut. Man lernt sich hier auf einer ganz anderen Ebene kennen und so entstehen Bindungen und Netzwerke, die dann später, zurück in St. Georg, weiter ausgebaut werden und sich noch mehr verästeln können. Die Kleinen lernen von den Großen und die Großen lernen auf die Kleinen Rücksicht zu nehmen und Verantwortungen einzugehen.
Rührende Szenen sind dort zu erleben, wenn schwere Jungs die Babymilchflasche im Wasserkocher erhitzen, damit sich die Mutter mal ausruhen kann, oder sie den Kleinen freiwillig beim Tischdienst helfen, ihnen die Nasen putzen und sie in den albernsten Posen fotografieren, dafür wird dann auch ihr rüpeliges pubertierende Verhalten umso mehr von den Kleinen bewundert, die hier hautnah erleben können, was so einen echten Jugendlichen ausmacht.
Als Mütter ist es uns wichtig, dass unsere Kinder ihren Stadtteil als einen Ort der Geborgenheit empfinden. Durch die Syltfahrt sind sie noch ein Stück weiter in die St. Georger „Dorfgemeinschat“ eingebunden. Diese Gemeinschaft, die ein wohlwollendes Auge auf unsere Kinder hat und gleichzeitig als soziales Regulativ fungiert, in dem sich Konflikte selbstständig lösen lassen, bietet ein Feld für Erfahrungen, die wir unseren Kindern „alleinerziehend“ in unseren wohlgeordneten und behüteten Kämmerchen nicht bieten können. Sich in dieser Gemeinschaft zu erproben und einen Platz zu finden in einem dynamischen Gefüge, in dem nichts festgelegt ist und das eine Vielfalt an Angeboten stellt, macht den Reiz für unsere Kinder aus. Hier können sie herausfinden, wer sie sind und was ihnen gefällt, ohne sich gleich verpflichten zu müssen und ohne gegängelt zu werden.
Auch auf Sylt wird dieses Konzept der Angebotsvielfalt aufrechterhalten. Ein fast ständiger Shuttle-Service, der von den Mitarbeitern abwechselnd übernommen wird, macht es möglich, flexibel an den verschiedenen Aktivitäten teilzunehmen. Dabei gibt es eine gute Durchmischung von Angeboten auf dem Zeltplatz, wie Fußball-, Tischtennis- und Kickerturniere, Gesangs- und Theatergruppen für den abschließenden Gottesdienst, Kinderdisco u.v.m. und Angeboten, die eher von der Insel und ihrer Natur bestimmt sind, wie zum Beispiel die legendäre
Kutterfahrt mit Käpt´n Blaubär, Wattwanderungen, Hafenbummel, Museumsbesuch im Zentrum für Naturgewalten etc.
Hart am Wind zu leben, und sich als das zu fühlen, was man tatsächlich ist, nämlich ein Teil der Natur, ist für uns Stadtmenschen eine seltene Erfahrung. Es bietet die Möglichkeit, sich zu besinnen, und sich einmal auf die wesentlichen und elementaren Dinge des Lebens zu konzentrieren; abschalten vom Alltag und durchzuatmen. Dieses Phänomen bemerkt man auch an den Kindern und Jugendlichen: sie gewinnen Abstand, die Schule ist ganz weit weg, die Zwänge des Alltags sind aufgehoben und ein Gefühl von Freiheit entsteht. Bewusst wird von den Einrichtungen darauf verzichtet, viel ablenkendes Spielmaterial mitzunehmen. Ein paar Bälle, Drachen, Stifte, Frisbees und ein paar Kartenspiele reichen vollkommen aus. Die Beschränkung der Mittel regt die Fantasie an, man beschäftigt sich miteinander, chillt, klönt, spielt...
Eine Woche ohne Ablenkung von außen, ohne die gewohnten, unsere Reize überflutenden, Medien haben ihren Effekt.
Man kommt runter und sogar die Handys verstummen, sie verlieren ihre Wichtigkeit als Unterhaltungsgerät. Eine ganze Woche ohne Playstation, ohne Fernseher oder Computer gibt Gelegenheit, die Aufmerksamkeit auf ganz andere Dinge zu lenken. Man ist frei, die Natur um sich herum wahrzunehmen – und genau das passiert auch den Kids. Da hört man dann beim Frühstück Unterhaltungen über den voll lauten Kuckuck, der voll link ey, seine Eier einfach den anderen ins Nest legt und sich dann aus dem Staub macht. Aber voll schlau eigentlich! Oder trifft Jugendliche, die morgens, auf dem Weg zum Klo von einem Sonnenaufgang überrascht werden, so schön wie der erste Tag, der sogar unseren rauhbeinigen, pubertierenden Haudegen Ehrfurcht vor der Schöpfung einzuflößen vermag und die auf einmal verharren, sogar verstummen und genießen und einfach nur im hier und jetzt ganz dicht bei sich sein können.
Das alles bietet diese eine Woche Syltfreizeit, die hoffentlich noch weiterhin viele Generationen von St. Georgianern zusammenschweißt, an ihre Grenzen führt, durchatmen lässt und einfach so viel Spaß bringt.
Im Durchschnitt sind es 200 Teilnehmer, überwiegend aus dem Stadtteil, die das, wunderschön in den Dünen gelegene, Zeltlager eine Woche lang bevölkern. Die Anreise erfolgt mit Bahn und Bus.
Ein Urlaub auf Sylt ist für diejenigen, die sich eine Eigentumswohnung auf der Langen Reihe leisten können, nichts Ungewöhnliches. Sie können es sich leisten. Es gibt aber auch tausende von Menschen in St. Georg, die davon nur träumen können. Viele können sich überhaupt keinen Urlaub leisten. Sie kennen das Meer nur von Bildern und Fernseher, sie haben noch nie Salzwasser geschmeckt oder das Watt erlebt. Dinge, die für viele selbstverständlich sind. Einmal im Jahr allerdings - und das nunmehr seit 16 Jahren - erlebt Sylt für eine Woche einen Ansturm eines bunten Mix verschiedener Alterstufen, Ethnien und religiöser Herkunftsfamilien überwiegend aus St. Georg. 200 Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene beteiligten sich in diesem Jahr an einer überwiegend von Kinder- und Jugendeinrichtungen St. Georgs organisierten Reise nach Sylt. Für viele Beteiligte war diese Stadtteilfreizeit ein Highlight, wenn nicht das Highlight des Jahres. Auf jeden Fall jedoch ein bedeutender Impuls für das Zusammenleben in St. Georg: Man kennt sich und erkennt sich wieder im tagtäglichem Leben. Im politischen Diskurs wird häufig über Integration und Toleranz, einem miteinander statt gegeneinander debattiert. In St. Georg ist das gelebte Realität. Organisiert von sozialen Einrichtungen.
Die Arbeitsgruppe „Wohin geht St. Georg?“ der Sozialen und Pädagogischen Initiative St. Georg -einen Zusammenschluss von sozialen, pädagogischen, schulischen, kulturellen, gesundheitlichen Einrichtungen, dem Einwohnerverein St. Georg etc.- hat die diesjährige Sylt-Reise zum Anlass genommen, den Reisebericht zu publizieren.
Organisiert und durchgeführt durch das Ev. Kindertagesheim Stiftstraße und dem SCHORSCH in Trägerschaft der Ev. Kirchengemeinde St. Georg – Borgfelde, beteiligt sind als feste Partner das Kath. Kindertagesheim St. Marien und das Kap, eine Jugendeinrichtung aus Bergedorf. Nicht jedes Jahr, aber immer öfter, fährt der Sportverein Vorwärts St. Georg mit. Einrichtungsübergreifend werden die Verantwortung und Aufgaben wahrgenommen, Teilnehmerplatzkontingente verteilt und verschoben und der Materialfundus der Einrichtungen ausgeschöpft.
Der diesjährige jüngste Teilnehmer war 20 Monate alt, und unsere Jugendlichen und Jungerwachsenen haben dieses Jahr eine Gruppe von 24 Teilnehmern ausgemacht. Diese Reise hat keine Altersbegrenzung, auch Erwachsene ohne Kinder dürfen mitfahren, wenn sie an der Gemeinschaft interessiert sind. Jedes Jahr fahren mehr „alleinreisende“ Väter mit, die mit ihrem/n Kinder/n dort eine etwas losgelöste aber geregelte Zeit verbringen. Es gibt alte Sylthasen und Sylterstlinge, die ausführlichst informiert werden. Wobei jeder Erzähler sein ganz persönliches Syltbild zeichnet. Die nationalen Herkünfte und die kulturellen und sozialen Hintergründe sind so vielfältig wie die Menschen in St. Georg selbst. Die Nachfrage steigt und dieses Jahr war die Reise schon früh ausgebucht.
Wir zelten auf Sylt, mitten in den Dünen, eine halbe Stunde zu Fuß zum Meer und zum nächsten Ort. Im Mai kann es auch noch ganz schön frisch sein, entsprechend sind einige Betreuer einer Kindergruppe mit Wärmflaschen zuhauf ausgestattet, und allabendlich findet ein Wasserkocherdauereinsatz statt. Es gibt Reserveschlafsäcke und vorsorglich eine Zusatzdeckenausgabe. Die Großgruppe teilt sich dann, je nach Bedürfnissen, in einzelne Zeltdörfer auf, das Jugenddorf mit Partyzelt und Stromanschluss für den Ghettoblaster ganz nach hinten und die Kindergartenkids nah bei den Toiletten. Ein festes Gebäude gibt es aber auch für uns. Dort befinden sich die Wasch- und Essensräume und eine große Halle mit Tischtennisplatten und Kickern als Aufenthaltsmöglichkeit. Wir müssen nicht einmal selbst kochen es gibt dort eine Küche mit dazugehöriger Crew und wir werden verköstigt.
Auf dem Platz begegnen sich alle immer überall und immerzu, mindestens mit einem Guten Morgen und der Frage, die jeden bewegt, gut geschlafen oder gefroren. Menschen, die, obwohl im gleichen Stadtteil lebend, sich im Alltag eher nicht begegnen, sitzen sich jetzt beim Frühstück oder abends am kleinen Lagerfeuer gegenüber. Schon in Hamburg beim Losfahren ist neben Aufregung und Vorfreude ein hohes Maß an sozialem Miteinander erkennbar und spürbar, das sich die gesamte Reise fortsetzt. Ist alles eingeladen, sind alle da, die Großen achten auf die Kleinen, es wird Hand in Hand gearbeitet, alle müssen bei den Aktivitäten mit anfassen und alles läuft. Die Stimmung ist entspannt und harmonisch und der Umgangston sehr freundlich und höflich. Z. B. die sehr unterschiedlichen Jugendlichen lernen sich kennen, sind offen und aufgeschlossen. Besonders die Kinder genießen die große Bewegungsfreiheit und die Eltern tauschen sich über dies und das und über alle Fragen rund ums Kind aus. Entstehende Reibereien werden schnell und konstruktiv geregelt, auch wenn es manchmal schwierig scheint, sind Lösungswege schnell gefunden. Jeder ist sehr aufgehoben in der Gemeinschaft, keiner kann sich dem sozialen Miteinander entziehen, aber ein einsamer Spaziergang oder Mittagsschlaf wurden auch toleriert. Die Reise ist ein großes Übungsfeld für Toleranz, Akzeptanz, Übernahme von Verantwortung, Verfeinern der sozialen Fähigkeiten aber natürlich auch das Erleben von Natur und Bewegung.
Die Highlights der Reise sind für jeden individuell verschieden (...Fußballturnier, Kutterfahrt, Strand und Meer, Kickerturnier, Grillfest...) aber ein Event auf das schon in Hamburg durch eine ökumenische und auch atheistisch geprägte Vorbereitungsgruppe hingearbeitet wird, ist die Abschlussveranstaltung am letzten Abend. Eine biblische Geschichte wird auf die Bühne gebracht, musikalisch eingerahmt und in der Gestaltung und Auslegung unserer Situation angepasst. Einbezogen sind Kinder, Jugendliche und Erwachsene um mit zuspielen, zu singen, das Bühnenbild und die Dekorationen zu gestalten, die Zuständigkeit für das Licht zu übernehmen u. v. m.. Entscheidend dabei ist, jedes Jahr ein Thema zu benennen und sich mit den Mitwirkenden darüber auseinander zu setzten und gemeinsam zu überlegen, wie die Kernaussage auch transportiert werden kann. So war es im letzten Jahr, ausgelöst durch den Mord an Morsal, das Selbstbestimmungsrecht der Frau und herrschende Rollenklischees. Dieses Jahr war es wieder ein Thema, das auch für die Kleinen greifbarer war, wer ist der Bestimmer und was heißt es eigentlich, Chef zu sein und Verantwortung zu haben. Und was muss ich an Kompetenzen mitbringen, wenn ich Chef sein will und was sind meine Aufgaben. Frei nach dem Motto: „Wer hat den Hut auf oder Wer ist hier eigentlich die Chefin? “Also Bildung, Wertediskussionen und Persönlichkeitsentwicklung, auch das ist Sylt. Viel Spaß macht das Ganze auch noch, und für nächstes Jahr ist schon gebucht. Und wir hoffen auf noch viele solche Reisen, international, interreligiös, interkulturell, altersübergreifend und quer durch die sozialen Schichten. Ein positives gesellschaftliches Zusammenleben unterschiedlichster Menschen im Kleinen, was sich auf das Große auswirkt.
Kinder u. Jugendliche: 80,-€
Geschwister: 55,-€
Erwachsene: 120,-€
Gäste: ab 135,-€
Tages/ Übernachtungspreis: 25,-€
Im Preis enthalten: Bahnfahrt, Unterkunft in Zelten, Frühstück, Mittag und Abendbrot (alle Mahlzeiten ohne Schweinefleisch) und Duschen. Eigene Zelte können und sollten mitgebracht werden.
Ort: Jugendfreizeitstätte Mövenberg, 25992 List auf Sylt.
Teilnehmende Einrichtungen die integrative offene Kinder- und Jugendarbeit SCHORSCH mit den Spielhäusern aus dem Lohmühlenpark, St. Georgs Kirchhof und dem Danziger, dem kath. und ev. Kindertagesheim St. Georg, die Jugendeinrichtung KAP, Sportverein St. Georg und … DU?
Weitere Informationen und Anmeldung: SPH St. Georgs Kirchhof/Tel: 2 80 48 83 + die Kinder- u. Jugendeinrichtung SCHORSCH/ 25 32 80- 75 oder bei den teilnehmenden Einrichtungen.
Spielplatzhäuser
Lohmühlenpark: 24 71 32
Kirchhof: 2 80 48 83
Danziger Str.: 24 70 14