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Seit Beginn der 70er Jahre gibt es im Kirchenkreis Alt Hamburg, unter der fachlichen Leitung der evangelischen Jugend Hamburg (Randständigenarbeitskreis RAK), Projekte der Jugendsozialarbeit, die sich, in fachlich ausgewiesener Konzeption, professionell dieser Aufgabe stellen. Im Mittelpunkt stehen Jugendliche mit besonderen und vielfältigen sozialen und persönlichen Problemen, die am Rande der Gesellschaft stehen.
Seit den 80er Jahren arbeitete der ev. Jugendkeller in diesem Arbeitskreis mit; weitere Projekte im RAK waren bzw. sind das Jugend- und Beratungszentrum der Apostelkirche, der Timo-Jugendclub, die Jugendsozialarbeit der Bodelschwingh Gemeinde, das Jugendhaus St. Pauli und andere Projekte.
Fortgeführt und weiterentwickelt wurden diese Leitgedanken und Grundprinzipien unter der organisatorischen Leitung von DREI F und der beteiligten Projekte im Kirchlichen Jugendarbeitskreis (K-JAK). Hier arbeitet auch die integrative offene Kinder- und Jugendarbeit SCHORSCH mit.
Aktuelles Thema ist die Fusion der drei Kirchenkreise: Alt-Hamburg, Harburg und Stormarn, zu einem großen Kirchenkreis ‚ nämlich den Kirchenkreis Hamburg Süd-Ost, in 2009. Hierdurch werden alle Leitungsstrukturen, Finanzverteilungssysteme, Organisationsstrukturen, inhaltliche Schwerpunktsetzungen usw. zunächst in Frage gestellt, neu verhandelt und entschieden. Jeder Kirchenkreis hat eigene Förderrichtlinien, theologisch-politische Traditionen und Wertsetzungen. In dieser Situation beginnen nun alle Bereiche der kirchlichen Arbeit sich zu sortieren, zu profilieren und die eigenen Vorstellungen in die kirchliche Diskussion einzubringen. Auch der Arbeitskreis K-JAK versucht sich in dieser Diskussion zu positionieren und zukunftsträchtige Strukturmodelle für die Jugendsozialarbeit einzubringen.
Grundsätzlich richten sich die Arbeits- und Leistungsbereiche der kirchlichen Jugendsozialarbeit, nach den, den Leistungsvereinbarungen zugrunde liegenden, rechtlichen Vorgaben. Im wesentlichen sind dies die Paragraphen 11 und 13 SGB VIII (KJHG). Sie umfassen die Bereiche offene Kinder- und Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit.
Die Arbeitsbereiche der Jugendeinrichtungen lassen sich grob in fünf Arbeitsfelder einteilen:
Die offene Arbeit und Gruppenangebote bieten:
Räumlichkeiten zum Aufhalten, Freunde treffen, Musik hören etc.
Diverse Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten
Einen Schutzraum abseits des öffentlichen Raums und verwandtschaftlicher Kontrolle
Neigungsangebote, orientiert an den Interessen der Kinder und Jugendlichen
Die Bereitstellung eines offenen Bereiches und der Gruppenangebote dient der:
unbürokratischen, niedrigschwelligen Kontaktaufnahme mit den Kindern und Jugendlichen
Übung des konfliktfreien, sozialen Verhaltens
Förderung alternativer, sinnvoller Freizeitgestaltung
Förderung von Interessen und der Motivation zur Ausübung eines Hobbys
Beziehungsarbeit und Vertrauensbildung
Jugendsozialarbeit bietet:
Hausaufgaben- und Nachhilfe
Sprachförderung
Unterstützung bei Bewerbungsverfahren (Ausbildungsplatzrecherche, Bewerbungsschreiben etc.)
Unterstützung bei Problemen mit Polizei und Justiz
Hilfe und Beratung bei persönlichen oder familiären Krisen
Beratung zu allen Themen der Alltagsbewältigung
Gewalt- und Suchtprävention
Weitervermittlung in spezielle Beratungsangebote
Begleitung zu Ämtern, Beratungsstellen etc.
Jugendsozialarbeit dient der:
Unterstützung auf dem Weg zu einem selbstbestimmten, eigenverantwortlichen Leben
(Re-)Integration benachteiligter Kinder- und Jugendlicher in die Schul- und Arbeitswelt
Orientierung in einer komplizierter werdenden Umwelt
Erarbeitung positiver, realistischer Lebensentwürfe
Bewältigung von Schwierigkeiten und Krisen
Wahrnehmung von Chancen und Rechten
Bewusstmachung von Pflichten
Förderung sozialer Kompetenzen
Die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit sind an zahlreichen Projekten und Kooperationen mit anderen sozialen Einrichtungen und Schulen beteiligt.
Projekte und Kooperation bieten:
erweiterte Angebotsmöglichkeiten durch Bündelung von Ressourcen
ein engmaschiges soziales Netz in Stadtteilen und Sozialräumen
Projekte und Kooperationen dienen:
Synergieeffekte durch verschiedene Kompetenzen und Möglichkeiten
den Kindern und Jugendlichen durch neue Angebote
der Erreichung neuer Zielgruppen
der Vermittlung von Themen und Inhalten, die, in der Form, im offenen Bereich, nicht stattfinden würden
der Erfüllung des Bildungsauftrags der Kinder- und Jugendhilfe
Die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit bereiten eigenständig oder gemeinsam mit Anderen, zahlreiche Veranstaltungen, wie z.B. Gemeinde- und Stadtteilfeste, Berufsinformationsbörsen, Straßenfußballturniere u.ä., sowie Freizeiten und Ausflüge in den Ferien vor und gestalten diese.
Veranstaltungen und Freizeiten bieten:
eine Abwechslung vom Alltag für die Kinder und Jugendlichen
die Möglichkeit, andere Orte und Menschen kennenzulernen
die Möglichkeit, intensiv auf einzelne Kinder und Jugendliche einzugehen
neue Gruppenerfahrungen
alternative Freizeitgestaltung
Informationen über Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten
Veranstaltungen und Freizeiten dienen:
der Erweiterung des Horizonts der Kinder und Jugendlichen
der Förderung sozialer Kompetenzen
dem Beziehungsaufbau und der Beziehungsvertiefung zwischen den Kindern, Jugendlichen und den Betreuern
dem Bedürfnis nach „Eventen“ und „Highlights“
Die Einrichtungen der Jugendsozialarbeit nehmen an zahlreichen kirchlichen, bezirklichen, regionalen und überregionalen Fachgremien teil.
Gremien- und Netzwerkarbeit dient:
dem Fachaustausch
der Gestaltung von Kooperationen
der Vorbereitung von konkreten Projekten
der (politischen) Lobbyarbeit
der Zusammenarbeit der Einrichtungen im Stadtteil in Hinblick auf optimale Betreuung des Klientels
der Gestaltung der sozialräumlichen Angebotsentwicklung